Tom Chaplin

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Keane-Sänger Tom Chaplin erstmals solo
Nach grandiosen Welterfolgen nun eine intime Innenschau
Solo-Debüt „The Wave“ Platz 3 in den UK-Albumcharts
Drei Deutschland-Shows im März in Berlin, Hamburg & Köln

Mit der außergewöhnlichen Britrock-Formation Keane gelangte ihr Sänger und Frontmann Tom Chaplin zu Weltruhm. Alle vier zwischen 2004 und 2012 veröffentlichten Keane-Alben stiegen bis an die Spitze der UK-Charts und verkauften sich international mehr als zehn Millionen Mal. Ausverkaufte Welttourneen, atemberaubende Arena-Shows sowie zahllose Single-Hits mehrten diesen Erfolg. Und doch entschlossen sich Keane 2013 für eine unbefristete Pause, um sich nach Jahren konsequenter Band-Arbeit einmal auf ganz persönliche Projekte konzentrieren zu können. Jenes von Tom Chaplin nahm nun in Form seines ersten, hochgradig persönlich ausgefallenen Soloalbums „The Wave“ Gestalt an, das gleich nach seinem Erscheinen am 14. Oktober bis auf Platz 3 der britischen Charts stieg. Anfang 2017 geht der herausragende Sänger mitsamt einer Band aus handverlesenen Multi-Instrumentalisten auf Europa-Tournee, in deren Rahmen er zwischen dem 7. und 14. März auch drei Deutschland-Shows in Berlin, Hamburg und Köln spielen wird.

Keane zählen zweifellos zu den erfolgreichsten Britrock-Bands seit der Jahrtausendwende. Neben vielen großen Hits wie etwa „Everybody's Changing“, „Somewhere Only We Know“, „Is It Any Wonder?“ oder „Crystal Ball“ genießen Keane vor allem die Sonderrolle als Englands bedeutendste Rockband, die das Piano stärker in den Fokus rückt als die verzerrte Gitarre. Seit das Quartett 2004 sein Debütalbum „Hopes and Fears“ veröffentlichte, zählte es weltweit zu den beständigsten Rockbands aus Großbritannien, die es sogar zu einem mehr als beachtlichen Erfolg in den USA brachten, wo die beiden Alben „Under The Iron Sea“ (2006) und „Perfect Symmetry“ (2008) bis in die Top Ten der Billboard Charts kletterten. Für Keane reihte sich Erfolg an Erfolg, und so wurde gern übersehen, dass ihr Sänger und Frontmann Tom Chaplin während dieser langen Phase internationaler Wertschätzung mehr und mehr den Bezug zu sich selber und seiner eigenen künstlerischen Veräußerung verlor.

Denn als Haupt-Songwriter für die einzigartig hymnenhaften Lieder von Keane kristallisierte sich immer mehr ihr Gitarrist Tim Rice-Oxley heraus; die Kompositionen von Chaplin gerieten zunächst ins Hintertreffen und im weiteren Verlauf in Vergessenheit. Ein Umstand, der bei dem Sänger, der auf die Bühne eine stets höchst charakterstarke, einnehmende Figur abgibt, zu großer innerer Unsicherheit führte. „Es gab Phasen“, sagte Chaplin nun kürzlich in der Rückschau, „in denen ich meine eigene Stimme gehasst habe. Wirklich, ich konnte sie nicht mehr hören, weil ich fand, dass es nicht aufrichtig ist, was dieser Typ da singt.“

Nachhaltig dramatisch wurde diese Entwicklung, nachdem Keane 2014 eine längere Pause ankündigten. Substanzen und ihre Abhängigkeiten dominierten für eine Weile das Leben von Tom Chaplin, der überdies rund um diese Zeit erstmals Vater wurde – und sich auch dieser neuen Aufgabe nicht gewachsen sah. Erst eine Therapie half ihm dabei, wieder einen Bezug zu sich selber zu finden – und damit zu seiner eigenen Kunst. Er begann, Lieder zu schreiben über einen Mann, der doch eigentlich alles besitzt, um glücklich zu sein, und doch so weit entfernt ist von einem Zustand innerer Ausgeglichenheit. Je länger er schrieb, umso deutlicher wurde ihm, dass er über sich selber schreibt.

Und so darf man Tom Chaplins erstes Soloalbum „The Wave“, das in Sachen Melodiösität und kompositorischer Grandezza den Arbeiten von Keane in nichts nachsteht, durchaus als existenzielle eigentherapeutische Maßnahme verstehen – allerdings mit einem weiteren Ziel, sagt er: „Ich denke, es gibt viele Menschen, die durch einen ähnlichen Prozess gehen müssen wie ich. Jenen mit meiner Platte Mut zu machen, ist mir Antrieb und Sehnsucht zugleich.“ „The Wave“, produziert von dem grandiosen Musiker Matt Hales aka Aqualung, spricht diesbezüglich Bände: So aufrichtig, ungeschminkt und wahrhaftig haben sich nur selten echte Stars der britischen Musikszene präsentiert.